Bei strahlendem Spätsommerwetter fand am 28. September auf dem Karlsruher Friedrichsplatz eine Kundgebung zum Save Abortion Day statt. Mehrere Karlsruher Gruppen hatten dort Infostände aufgebaut und informierten über Schwangerschaftsabbruch und reproduktive Rechte. Auch die Karlsruher Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs Karlsruhe) beteiligte sich mit einem Redebeitrag – und einer klaren Warnung
Safe Abortion Day Karlsruhe: Wenn Klinikfusionen die Versorgung verändern
Im Mittelpunkt des Beitrags stand die Frage, was passiert, wenn Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft fusionieren und insbesondere katholische Träger bei Fusionen Einfluss auf die Versorgung gewinnen. „Wir müssen wachsam sein bei Fusionen von Kliniken in kirchlicher Trägerschaft“, hieß es im Redebeitrag der gbs Karlsruhe. Fusionen verändern nicht nur Bilanzen, sondern auch die Regeln, nach denen behandelt wird. Problematisch wird es, wenn dabei kirchliche Vorgaben Einfluss auf die medizinische Versorgung gewinnen.
Wie schnell das geht, zeigt Lippstadt:
„Nehmen wir Lippstadt: Da fusionierten ein katholisches und ein evangelisches Krankenhaus und plötzlich waren rechtmäßige, legale Abbrüche verboten.“
Gemeint sind Schwangerschaftsabbrüche nach medizinischer Indikation – also genau die Fälle, die in Deutschland ausdrücklich rechtmäßig sind, etwa wenn ein Fötus nicht lebensfähig ist. Eine Behandlung, die medizinisch geboten und rechtlich erlaubt ist, wird dort aus Glaubensgründen untersagt.
Reproduktive Rechte dürfen nicht vom Träger abhängen
Ob eine Frau in einer solchen Notlage versorgt wird, darf nicht von der Konfession des Krankenhausträgers abhängen. Deshalb muss genau hingeschaut werden, wenn sich die Trägerschaft von Kliniken ändert – denn damit können sich auch die Bedingungen ändern, unter denen Patientinnen behandelt werden.
„Wo kirchliche Träger Einfluss gewinnen, geraten reproduktive Rechte ins Rutschen“
Was in Lippstadt geschehen ist, kann grundsätzlich überall passieren. Die Warnung der gbs Karlsruhe gilt daher nicht nur den unmittelbar Beteiligten einzelner Fusionen:
„Passen wir auf, wenn kirchliche Krankenhäuser fusionieren. Das gilt überall in Deutschland – auch in Baden-Württemberg.“
Der Safe Abortion Day ist deshalb auch ein Anlass, nicht nur auf die rechtliche Regelung zu schauen, sondern auf die konkrete Versorgung. Schwangerschaftsabbrüche müssen grundsätzlich für betroffene Frauen auch tatsächlich erreichbar sein.