Ein Klassiker, der das Problem auf den Punkt bringt

Am Karfreitag waren wir in der Kinemathek Karlsruhe – zusammen mit vielen Menschen, die genug haben von religiös motivierten Tanzverboten. Gezeigt wurde Das Leben des Brian, begleitet von einer kurzen Kundgebung zu den Regelungen an „stillen Feiertagen“.

Dass eine harmlose Satire wie Das Leben des Brian jahrzehntelang an Karfreitag verboten ist zeigt, wie wenig weltanschaulich neutral das Feiertagsgesetz ist. Ein Satire-Film reicht aus, um auf einer Sperrliste mit über 700 Filmen zu landen – zusammengestellt unter kirchlichem Einfluss.

Stille Feiertage: staatliche Regeln nach religiösem Maßstab

In Baden-Württemberg gelten sieben stille Feiertage, an denen selbst das Tanzverbot noch immer Realität ist. Grundlage für die Genehmigung der Veranstaltung war der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2016 (1 BvR 458/10). Das Gericht stellte klar, dass pauschale Verbote an stillen Feiertagen unzulässig sind, wenn Behörden keine Möglichkeit haben, Ausnahmen zuzulassen. Weltanschaulich begründete Veranstaltungen müssen daher ermöglicht werden. Genau das machte die Vorführung am Karfreitag überhaupt erst möglich.

Die Veranstaltung fand in der Kinemathek Karlsruhe statt und wurde von der PARTEI organisiert gemeinsam mit gbs Karlsruhe e. V. und PrüF Karlsruhe. Die Resonanz war eindeutig: Viele Menschen wollen selbst entscheiden, wie sie einen Feiertag verbringen – und keinen religiösen Vorschriften folgen müssen.

Ein starker Abend, eine gute besuchte Vorstellung und ein klares Signal: Freiheit braucht keine kirchlichen Sperrlisten.